Firmengründung USA

Die deutschsprachigen Unternehmen haben sich in den letzten Jahren verstärkt auf die Emerging Markets konzentriert, allen voran auf China. Mittlerweile stellen viele Unternehmen fest, dass es in China und den anderen Emerging Markets zunehmend Schwierigkeiten gibt. Es lohnt sich daher, einen genaueren Blick auf den US Markt zu werfen und zu prüfen, ob es sinnvoll ist, eine US Firma zu gründen – zumal viele Unternehmen dort schon Erfahrungen gesammelt haben, sei es durch Direktverkäufe oder durch Distributoren beziehungsweise Agenten. Die Produkte der deutschen Hersteller sind wegen ihrer technologischen und qualitativen Hochwertigkeit in den USA nach wie vor sehr gefragt. Für deutschsprachige Unternehmen eröffnen sich daher enorme Wachstumschancen im Bereich Firmengründung USA. An die Unternehmensführung stellt sich daher die Frage, wie der US Markt erfolgreich und mit möglichst minimalem Risiko erschlossen werden kann. Die nachfolgenden Ausführungen sollen hierzu einen kurzen Überblick geben.

Firmengründung USA mit Haftungsbegrenzung

Die Firmengründung in den USA ist dabei nach allgemeiner Auffassung die beste Variante, da sie große Vorteile bei vergleichbar geringen Kosten bietet. An erster Stelle steht die Haftungsbegrenzung: Um die Vermögenswerte der Muttergesellschaft in den USA zu schützen, sollte sich das Unternehmen nicht direkt auf dem US Markt engagieren, sondern alle geschäftlichen Beziehungen zu US Kunden über ihre US Tochtergesellschaft abwickeln. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die vertragliche Haftung bei der US Tochtergesellschaft endet. Ein Haftungsdurchgriff auf die Muttergesellschaft ist bei ordnungsgemäßer Administration der US Tochtergesellschaft ausgeschlossen. Die organisatorische Abgeschlossenheit der US Tochtergesellschaft ermöglicht es dem deutschsprachigen Unternehmen zudem, eigene qualifizierte Mitarbeiter mit einem Arbeitsvisum in die USA zu entsenden, um das US Geschäft aufzubauen beziehungsweise zu leiten. Die US Gesellschaft tritt dabei als sogenannter Sponsor des Visums des jeweiligen Mitarbeiters auf. Hinzu kommen steuerliche Vorteile. Durch eine optimierte Gestaltung der Transferpreise zwischen der Muttergesellschaft und ihrer US Tochter und verschiedenen anderen Mechanismen (zum Beispiel Lizenzgebühren für Trademarks und Patente, Werbeaktionen, Dokumentationen für die Produkte etc.) können die Gewinne bei der US Tochter reduziert werden und durch die Vorteile des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens kann die Dividende mit einer geringen Quellensteuer an die Muttergesellschaft abgeführt werden.

Der letztlich entscheidende Vorteil, um auf dem US Markt erfolgreich sein zu können, entsteht durch das Commitment zum US Markt. Das Unternehmen kann durch den Betrieb einer US Tochtergesellschaft zwei entscheidende Faktoren bündeln. Es kann zum einen mit dem Produkt „Made in Germany“ werben und zum anderen den Vertrieb des Produktes über Strukturen abwickeln, die dem US Kunden bekannt und vertraut sind, wie etwa eine US Rechtsform und Positionen wie President, CEO, Secretary etc. Es wird dem US Kunden daher sehr viel einfacher gemacht, das Produkt zu erwerben, da er einen Ansprechpartner und Serviceleistungen vor Ort hat.

Gründung einer US Tochter – Firmengründung USA

Bei einer Firmengründung in den USA ist die Gründung einer US Tochter wesentlich einfacher als der entsprechende Vorgang in Deutschland. Es besteht weder eine Verpflichtung zu einem Mindestkapital noch zu einer notariellen Beurkundung oder einer Veröffentlichung. Demzufolge betragen die Gründungskosten und der zeitliche Aufwand nur einen Bruchteil einer vergleichbaren Gründung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Bei der zu gründenden US Gesellschaft sollte es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung handeln, um den oben genannten Haftungsschutz der Muttergesellschaft in den USA zu erzielen. Meist bietet sich die sogenannte Corporation („Inc.“) oder die Limited Liability Company („LLC“) an. Bei diesen beiden Gesellschaftsformen gibt es erhebliche gesellschaftsrechtliche und steuerliche Unterschiede, die im Bezug auf das Verhältnis der Muttergesellschaft zur US Tochtergesellschaft genau zu prüfen sind. Nachdem die Gesellschaftsform festgelegt wurde, sollte überlegt werden, in welchem Bundesstaat die Gesellschaft gegründet wird. Anders als es in Europa der Fall ist, werden in den USA die Gesellschaften auf Bundesstaatenebene gegründet, wobei die jeweilig gegründete Gesellschaft in allen anderen US Bundesstaaten aktiv sein kann. Die Gesellschaft ist damit nicht auf die Tätigkeit in ihrem Gründungsstaat begrenzt. Als Gründungsstaat bietet sich Delaware an. Delaware hat das flexibelste Gesellschaftsrecht und bietet den Gesellschaftsorganen (Office, Board of Director und Shareholder) den größten Haftungsschutz. So sind etwa 70 Prozent aller US Gesellschaften Delaware-Gesellschaften, inklusive Boeing, Microsoft, General Electric etc.

Sind Gesellschaftsform und Gründungsstaat ausgewählt, so wird bei dem Secretary of State des Gründungsstaates die Gründungsurkunde eingereicht. Wie oben bereits erwähnt, verläuft die US Firmengründung schnell und ist mit geringen Kosten verbunden. Nach der Gründung sollten die Bylaws (der Gesellschaftsvertrag) erstellt und durch entsprechende Gesellschaftsbeschlüsse die Gesellschaftsorgane ernannt beziehungsweise eingesetzt werden. Alle Gesellschaftsorgane sollten sehr sorgfältig ausgesucht werden, um schon bei der Gründung Fehler zu vermeiden, die man später nicht mehr oder nur schwer rückgängig machen kann. Bei der Eigentümerstruktur der Tochtergesellschaft zum Beispiel sollten unter anderem Themen wie das Doppelbesteuerungsabkommen und die mögliche Entsendung von Mitarbeitern beachtet werden. Sobald alle Organe besetzt sind, wird die Gesellschaft auf der Grundlage eines Businessplans kapitalisiert, um den operativen Betrieb aufnehmen zu können.

Firmengründung USA – Für die Gesellschaft sollte ein US Bankkonto eröffnet und eine Steuernummer beantragt werden. Die US Steuernummer (Employer Identification Number – EIN) wird bei der US Steuerbehörde (Internal Revenue Service – IRS) beantragt. Hinzu kommt, dass die Gesellschaft in denjenigen Bundesstaaten angemeldet werden muss, in denen die Gesellschaft ihren Sitz beziehungsweise eine Niederlassung betreibt. Sollte die Gesellschaft etwa in Delaware gegründet worden sein, ihren Sitz aber später in Houston haben, so sollte die Gesellschaft in Texas angemeldet werden. Dies ist mit einem geringen Aufwand und geringen Kosten durchzuführen. Nachdem diese Schritte durchgeführt worden sind, ist die US Gesellschaft aufgestellt und kann operativ tätig werden, sodass der gesamte US Vertrieb über die Gesellschaft abgewickelt werden kann.

Gerne stehen wir für alle Fragen rund um das Thema Firma gründen in den USA zur Verfügung. Auch bei Fragen zu Themenbereichen wie und helfen wir gern weiter.